Heute erhielt ich einen Anruf eines ausscheidenden Vermögensberaters. Er wohnt in den neuen Bundesländern. Mehr möchte ich, um die betreffende Person zu schützen, nicht verraten.
Er berichtete von Fällen, die auch mich als Anwalt, der schon einige Berufsjahre auf dem Buckel hat, doch noch betroffen macht. Er berichtete davon, wie “pleite” viele seiner hauptberuflichen Kollegen sind. Einer seiner Kollegen hatte schon lange keine Krankenversicherung mehr. Er ist auf Zuwendungen von Freunden und Familienangehörigen angewiesen. Wenn er Kunden besucht, fährt er dorthin mit einem Auto, welches technisch schon lange nicht mehr in Ordnung ist. Der TÜV ist seit vielen Monaten abgelaufen.
Ein anderer Kollege, so der Bericht des Vermögensberaters, habe aus gleichen Gründen Selbstmord begangen. Er kam aus der Gesellschaft nicht mehr heraus, ohne dass dies nicht den völligen Ruin bedeutet hätte. Er hielt den Druck einfach nicht mehr aus.
Ein weiterer Kollege kam durch einen Verkehrsunfall ums Leben, der mangels Fremdeinwirkung wohl auch ein Suizid sein kann. Der Anrufer sprach sogar die Vermutung aus, dass es einer war.
Die Strukturen, die enge Einbindung der Mitarbeiter, der Druck, und vor allem der schlechte Verdienst und die ständige Existenzangst; dies alles seien die Gründe für die Verzweiflungstaten, so der Anrufer.
In der Wikipedia fand ich einen Bericht über den Gründer der Deutschen Vermögensberatung, Herrn Reinfried Pohl, ebenfalls wie ich Jurist. Er gehört nach einem Bericht des manager magazins zu den reichsten Deutschen. Dort heißt es:
Laut der aktuellen Forbes-Liste gehört Reinfried Pohl zu den reichsten Menschen in Deutschland. Nach dem manager magazin besitzt er ein Vermögen von 1,8 Mrd. Euro und belegt damit Platz 67 unter den reichsten Deutschen.
Vor etwa einem Jahr kaufte er im Rahmen einer Spendenaktion einen Strandkorb für eine Million Euro.
Verantwortung und Moral in der Welt des Kapitals - Dinge, die oftmals in einem krassen Widerspruch zueinander stehen.