die DVAG und die Provisionsabrechnungen Handelsvertreter in Finanzvertrieben: Scheinselbständige?
Okt 26

Wenn in diesem Blog von Gerichtsverfahren berichtet wird, stößt gerade die Vielzahl der Gerichtsverfahren auf, die in Zusammenhang mit der deutschen Vermögensberatung DVAG genannt werden.

Es soll damit keineswegs der Eindruck vermittelt werden, die DVAG würde schnell oder häufig Vermögensberater verklagen, oder schneller und häufiger als andere Unternehmen.

Wenn sich hier ein solcher Verdacht abzeichnet, wäre dies rein zufällig.

Und liegen keine Statistiken vor, die die eine oder andere Theorie bestätigen. Wir können nur bestätigen, dass kein einziges Verfahren von den Vermögensberatern oder deren Prozessbevollmächtigten provoziert wurde.

Wenn z.B. zuerst eine Klage auf Feststellung eines Rechtsverhältnisses beim Arbeitsgericht eingereicht wird, geschieht dies nur, um für den Vermögensberater das beste Ergebnis zu erzielen, unter Berücksichtigung aller wirtschaftlichen Folgen. Eine solche Klage wird auch nur dann eingereicht, wenn sicher ist, dass ansonsten die DVAG die Klage - und zwar beim Landgericht - einreichen würde.

Es zeigt sich, wer zuerst malt, malt am besten. Denn es ist schwieriger, eine Klage vom Landgericht wegzuholen als von vornherein das Arbeitsgericht damit zu beschäftigen.

Welche Folgen diese “Bündelung” der Prozesse hat, hat sich in einem Verfahren der DVAG gezeigt, welches gerade erst im Schwarzwald geführt wurde und in dem die DVAG in zwei Instanzen verlor. Dort sagte der Anwalt der DVAG, es müsse dringend ein Vergleich geschlossen werden, weil ein Urteil ansonsten in die Hände der Anwälte in Münster kommen könnte.

Der Verfasser dieses Artikels sagt “Danke” vor dem Respekt, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass die Informationsquellen oftmals erstaunlich kurze Wege haben.

Leider leben viele Vermögensberater immer noch in furchtbarer Angst. Die Vertragsklauseln sind hart und viele haben Angst vor möglichen ruinösen Folgen. Viele haben Angst, auszuscheiden.

Wir Anwälte, die diesen Blog mit Leben füllen, verstehen unseren Beruf nicht nur als moderne Robin-Hood-Erfindung, sondern sicher auch als Grundlage, um unseren Lebensunterhalt zu verdienen.

Aber uns ist unsere Verantwortung, die wir gerade in diesen Verfahren haben, sehr wohl bewusst. Wir möchten uns nicht nachsagen lassen müssen, dass wir mit den Schicksalen anderer leichtfertig umgehen.

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