“Brutal viel Geld verdienen”
ist jetzt online zu finden in
P.S.:Der Originalbeitrag in der Papierform ist aber noch angenehmer zu lesen.
Der Artikel ist aber jedenfalls sehr empfehlenswert.
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unser Tipp:
Heute mal “Die Zeit” kaufen und die Wirtschaft aufschlagen (S.22) !
Dort ist ein netter Bericht über die DVAG….
Mein geschätzter Kollege Kompa brachte wieder einmal einen so schönen Fernsehbeitrag, die Wahlsendung über die DVAG (Blogbeitrag vom 29.4.).
Sieht man genauer hin, so erfährt man, dass man die DVAG allerdings lieber nicht wählen sollte. Der Vermögensberater – der neu erfundene Beruf. Endlich aus einer Hand schlechte Leistungen anbieten, wofür andere zwei Hände brauchen … oder so ähnlich hieß es in dem Wahlspot.
Einer, der Vermögensberater ist und lebt, sagte mir vor kurzem, er sei gar kein Versicherungsvertreter, sondern Repräsentant der DVAG.
Diese Repräsentantenausbildung lässt die DVAG sich richtig was kosten. Erstausbildung zum leitenden Repräsentanten, langjährige harte Schule kostet der DVAG jährlich 40 Mio. €, so der Wahlspot.
Auf ihrer Homepage schreibt die DVAG, dass sie 37199 Mitarbeiter hat. Das sind schlappe 1075,97,- € pro Kopf pro Jahr für Erstausbildung, Fortbildung, weiterführende Schulen bis hin zum leitenden Repräsentanten – alles incl. für nur schlappe 1000€. Fast geschenkt, wenn man sich überlegt, was sonst eine Ausbildung kostet.
Jetzt ist auch klar, wie es gelingen kann, Inkompetenz aus einer Hand anzubieten.
Leider hat die Sache einen weiteren Haken – die teuren Hotels der DVAG müssen finanziert werden. Also schickt man seine Schützlinge auf Reise – auf Bildungsreise in die eigenen Paläste.
Das Villa Vita Hotel in Portugal ist ein 5 Sterne- Luxus Hotel der Spitzenklasse. Da kostet ein Bildungstag mal gerne in der Hauptsaison 460€ pro Tag. Wenn nur 40 Vermögensberater täglich auf diese Weise gebildet werden, sind dies 40Pers.x365Tage=14.600.
Nimmt man dann einen Zimmerpreis von nur 400,- €, kommt man auf einen Jahresbetrag von 5.840.000,- € (in Worten Fünfmillionenachthundertvierzigtausend) pro Hotel.
Fazit: Die Hotels sind finanziert, der eh schon kleine Bildungsetat schrumpft mit seinen Hotelgästen….
“AWD rutscht in die Verlustzone” schreibt Finanznachrichten.de.
“Swiss Life trennt sich von Finanzchef - AWD bleibt Sorgenkind” meldet CASH.
“Finanzchef geht. AWD bremst” komentiert manager-magazin.
“AWD spürt Finanzkrise massiv” weiß die Kronen-Zeitung aus Österreich, wo man AWD besonders auf dem Radar hat.
Inzwischen zieht man Konsequenzen und spart an der PR-Front: Die Bremer Mehrzweckhalle AWD-Dome wird ab kommendem Jahr ohne die drei Buchstaben und den großspurigen, aber irreführenden Anglizismus “Dome” auskommen müssen.
Bild: Wiki-Commons.
Kollege Behrens konnte es neulich nicht fassen, wie unverhohlen sich Angela Merkel von der DVAG vereinnahmen lässt. Die beste Antwort auf Angela Merkel ist Angela Merkel selbst - editiert von Hans-Günther Butzko.
Also eines muss man dem AWD-Götz Wenker lassen: Wenn er keine Chance hat, dann nutzt er sie!
In einem Beitrag im Versicherungsjournal (“Wege aus der Absatzflaute”) weiß Wenker:
Und viele Verbraucher sind laut Wenker nicht nur verunsichert, sonst bekommen die Auswirkungen der Finanzkrise ebenfalls direkt zu spüren, beispielsweise durch Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit. Ein Vermittler habe dann zwei Möglichkeiten, ein Gespräch mit einem (Neu-) Kunden zu führen. Entweder resigniere er vor der scheinbar auswegslosen Situation, verliere sich in Smalltalk oder in bedauernden beziehungsweise tröstenden Worte und verzichte damit auf potenzielles Geschäft.
Oder er können trotz der widrigen Umstände gemeinsam mit dem Kunden versuchen, ob sich nicht auch in dessen aktuell schwierigen persönlichen Situation eine Ersparnis bei den Versicherungsprämien erzielen lasse oder der Versicherungsschutz nicht sogar optimiert werden könne – eben eine Frage der richtigen Antworten.
Auf Deutsch heißt das dann “Umdecken”: Man verspricht einem Kunden ein besseres Preis-Leistungsverhältnis, ruiniert ihm aber bei diesem Manöver die Rückkaufswerte, denn hieraus wird die Provision für den “Berater” genommen.
Den Leuten, die nichts auszugeben haben, auch noch in die Taschen zu greifen … Respekt, Herr Wenker!
Dass ungebetene Coldcallings demnächst per Gesetz verboten sind - also das Anrufen wildfremder Personen zwecks Verkaufsgesprächs -, wird vielen Handelsvertretern schwer im Magen liegen, vgl. obiges Video.
Aber wenn der neueste Spruch des Landgerichts Hamburg rechtskräftig werden sollte, dann dürfte das Telefon für Handelsvertreter bei der Neu-Akquise künftig gar kein Werkzeug mehr sein: Selbst die Kunden einer Bank dürfen von dieser nicht mit Werbeanrufen behelligt werden!
Anders liegt der Fall natürlich, wenn den Werbeanrufen zuvor ausdrücklich zugestimmt wurde. Was die Gerichte unter “ausdrücklicher Zustimmung” genau verstehen, könnte spannend werden, da eine Erklärung in allgemeinen Geschäftsbedingungen kaum ausreichend sein dürfte.
Wenn man sich die Selbstdarstellung und massenpsychologischen Rituale der Finanzvertriebe anguckt, weiß man nicht so recht, ob man lachen oder weinen soll. Die Vertriebstagungen von Finanzvertrieben sind essentieller Bestandteil der sorgsam gepflegten Illusion von Karrieren und Substanz des Geschäftsmodells, das überwiegend als eine Art Pyramidensystem ausgestaltet ist, bei dem die letzten die Hunde beißen.
Bei diesen - je nach Unternehmen jährlich oder halbjährlich - durchgeführten Veranstaltungen, deren Besuch den Handelsvertretern oftmals vorgeschrieben ist, werden die angeblich freien Handelsvertreter auf “ihr” Unternehmen eingeschworen. Neben den Finanzvertrieben selbst stiften manche der “unabhängig” zu vermittelnden Versicherungsunternehmen, sog. “Premiumpartner”, Premium-Preise für besonders häufige Vermittlung durch einzelne Handelsvertreter. Von solchen Reisen, Autos oder sonstigen Prämien erfährt der Kunde, der an “objektive Vermögensberatung” glaubt, natürlich nichts. Sie tauchen in der Praxis auch nicht in der seit einiger Zeit verpflichtenden Offenlegung für Provisionen auf, obwohl sie eine direkte Interessenkollision des “beratenden” Handelsvertreters darstellen.
Obwohl alle Handelsvertreter so furchtbar selbständig sind, gibt es “Beförderungen”, die sich an “Leistung” (auf deutsch: provisionsbasierter Umsatz) orientieren. Die müssen natürlich bei diesen Shows zelebriert werden, flankiert von Motivations- und Verkaufstrainern oder dem neuesten Schrei der Einwandbehandlung. Wer es überstanden hat, der wird mit Showbeiträgen entschädigt oder darf sich im Glanz von (hierfür gut bezahlten) Promis sonnen.
Mich persönlich erinnern diese Massenveranstaltungen und die hiermit verbundenen massenpsychologischen Effekte an Veranstaltungen ganz anderer Art.