Vorprogramm Vermittlertest DHBW Heidenheim
Okt 13

Gestern ging es auf eine Art Betriebsausflug zu Kollege Behrens:

Zur Einstimmung gab es um 20.15 Uhr den am Badenia-Skandal angelehnten ZDF-Film mit dem RTLigen Titel Bis über den Tod hinaus. Dort geht es um Schrottimmobilien und entsprechende Kreditvermittlung, deren gekoppelte Vermittlung durch einen Finanzvertrieb besorgt wurde. Auch, wenn es im Film manchmal etwas plakativ dargestellt wurde, haben die Autoren kaum übertrieben. Während der Bösewicht hier eher ein mittelständischer Unternehmer war, wäre es nicht falsch gewesen, hier diese Massenorganisationen wie die Strukturvertriebe zu thematisieren, bei denen gruppendynamischer Druck aufgebaut wird.

Die Hauptperson entschließt sich, undercover so eine Strukkibude aufzuklären. Ich musste schmunzeln, denn als ich vor vier Jahren zu diesem Thema zu recherchieren begann, hatte ich auch mit dem Gedanken gespielt, spaßeshalber eine entsprechende “Grundausbildung” zu absolvieren und dann im Stil von Günther Wallraff drüber zu berichten …

Danach kam dann die WDR-Doku über die DVAG mit einem Schuss AWD. Wir, die Handelsvertreter-Blogger, hatten dieses Produktion vor und hinter den Kulissen mitbetreut. Sofort nach der Sendung setzte dann auch gleich der übliche Abwehrzauber im Internet ein:

“Einzelfälle!”,”Einseitig!”, “Schwarze Schafe gibt es überall!”, “Persönlich Gescheiterte” usw.

Unfug.

Die beiden letztlich vom WDR ausgewählten Ex-Handelsvertreter waren absolut repräsentativ, die Fälle sogar eher unspektakulär. Beide waren über 5 bzw. 19 Jahre dabei gewesen, was schon recht lange ist, denn in Finanzstrukturvertrieben hält es ein Großteil keine 12 Monate aus. Wie nahezu alle derartigen Aussteiger, die bei uns aufschlagen, nahmen auch die beiden portraitierten Leute ihre Unternehmen als Familie war und glaubten an die gefeierten Firmenpatriarchen. Es ist absolut typisch für die DVAG, dass Handelsvertreter, die plötzlich in finanzielle Nöte kommen, sich in einer für Außenstehende naiv wirkenden Weise mit persönlichen Briefen an den als eine Art Weihnachtsmann empfundenen “Doktor” wenden - und dann keine Antwort bekommen.

Die WDR-Sendung packte allerhand in die zur Verfügung stehenden 45 Minuten und musste daher gewichten. Was wir ein bisschen vermisst hatten, war der groteske Personenkult um Dr. Pohl, der verschiedenste Assoziationen bei uns weckt. Um die nun leider nicht gesendeten Storys, die Kollege Behrens bei den Aufnahmen erzählte, ist es schon irgendwie schade. ;-)

Doch erfahrungsgemäß reagieren Finanzvertriebe auf kritische Presse sehr empfindlich, so dass der WDR diesmal nicht den Hauch eines juristischen Risikos eingegangen ist, wofür wir natürlich Verständnis haben.

Gestern Abend konnte man mal wieder sehen, wie wichtig es ist, ein öffentlich-rechtliches Fernsehen zu haben, das unabhängig gesellschaftspolitisch relevante Themen aufgreifen kann. Beim ZDF ist dies insoweit bemerkenswert, als dass der ehemalige ZDF-Intendant, der so schrecklich konservative Prof. Diether Stolte, auf der Payroll der DVAG steht.

Eine Antwort zu “Wenn der Finanzberater klingelt – Der falsche Traum vom großen Geld”

  1. RobertReichelt sagt:

    Sehr geehrte Blogger,
    seit ca. 1Jahr lese ich hier in diesem Blog. Manche Dinge kann ich nachvollziehen…-manche nicht! Vielleicht kurz zu meiner Person:
    Robert Reichelt (27) Vermögensberater für Allfinanz DVAG (Stufe GS/P4).
    Vorher tätig als angestellter Bezirksleiter AMVers, gelernter Versicherungsfachmann. 2004 nebenberuflicher Einstieg während der BWZeit, seit 2006 hauptberuflich tätig.
    Zu “Wenn der Finanzberater klingelt”: Wer entscheidet bitte, ob die beiden Ex Kollegen der DVAG (Deutsche Vermögensberatung) repräsentativ sind!? Ein durschnittliches Einkommen von 1500 €/Brutto, ist doch garnicht schlecht…viele meiner Kunden aus dem Bereichen Friseur, Backshop, Blumenladen, Cafe haben weniger…wo bleibt der WDR Bericht? Ich hätte gerne mal gehört wieviele Termine der Eigenumsetzer aus dem Bericht in der Woche so durschnittlich wahrnimmt! Oder: Wahrgenommen hat!? Der ED7 (7 geförderte Direktionen) hatte auch schwerwiegende Gründe den wahren Grund seines Ausscheidens zu verschweigen. Aber klar - die DVAG ist schuld dass er sich von seinem 7stelligen Einkommen der letzten Jahre nix zurückgelegt hat - war bestimmt Gehirnwäsche mit im Spiel!? Ich würde auch gerne einmal von meinen Kunden im WDR berichten, welche bsp. den Fall des Wohnungsbrandes versicherten und nach einem eingetreten Schaden, tatsächlich Geld vom Versicherungsunternhemen erhielten(echt wahr!)! Und dieser Vertrag wurde sogar von mir, einem Vermögensberater, vermittelt(auch wahr!). Die Behauptung aufzustellen, das Direktionsleiter - nach der Kündigung eines Partners - gewaltätig werden und den VB samt Familie mobben, finde ich äußerst fragwürdig. Das wäre ja so als würde ich behaupten, das alle Berliner Polizisten schwul sind, nur weil mein bester Kumpel (übrigens tätig bei der Berliner Polizei)diese Neigung hat!(hab ich was falsches gesagt?) Hiermit lade ich offiziell Herrn Behrens (auch gerne seine Kollegen) einmal ein, bei uns in der Direktion Mäuschen zu spielen - um auch einmal die andere Seite der Medaille kennen zu lernen. Vielleicht besser nicht, sonst werden die wahrscheinlich alle ehrenamtlich tätigen SamariterHandelsvertreterBlogger auch noch negativ manipuliert und schreiben zukünftig nicht auch noch nur positives über die GEZ sondern auch noch über die DVAG. Hoffentlich habe ich Glück und mein Eintrag wird veröffentlicht!? Viele Grüße an alle Vermögensberater da draußen, die mehr als 1500 € im Monat verdienen (und auch an die Anderen), Robert Reichelt

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