“Gerade einmal 2 Prozent der Bürger wären bereit, unabhängige Ratschläge zur Finanzvorsorge gegen Honorar zu bezahlen”, glaubt Dr. Lach in dem Werbeblog der deutschen Vermögensberatung DVAG (diesmal unbedingt lesenswert!).
Geschätzter Dr. Lach, erklären Sie uns bitte, wieviel Bürger nach Ihrer Meinung bereit sind, für abhängige und schlechte Beratung einen Cent ausgeben zu wollen, wenn ihm die Höhe der Provisionen, die er zu zahlen hat, verschwiegen wird?
Mit fadenscheinigen - und schlechten - Argumenten versucht die DVAG in ihrem Werbeblog, die Honorarberatung schlecht zu reden, und offenbart erhebliche Argumentationsschwächen. Ein gewiefter kritischer Geist offenbart in dem Werbeblog Insiderwissen und führt Dr. Lach - passend zur Jahreszeit - aufs Glatteis.
Nun denn, wir Anwälte nehmen auch Honorare und fahren gegenüber dem Mandanten eigentlich ganz gut. Warum sollten die Mandanten nicht wissen, was die Tätigkeit kostet?
Die DVAG sagt dies ihren Kunden nicht. Sie verschweigt es nicht nur ihren Kunden, sondern lässt auch ihre eigenen Mitarbeiter im Dunkeln stehen.
Dr. Lach wurden in den Kommentaren konkrete Zahlen vorgehalten, was die DVAG bei einem Vertragsabschluss kassiert und wie viel (man sollte eher sagen, wie lächerlich wenig) an den Vermögensberater weitergegeben wird.
Der Rest geht an die DVAG, in Riesenprojekte, Luxushotels, in fragwürdige Werbeträger, und - nicht zu vergessen - in die Familie Pohl, deren Vermögen zu den 50 größten in Deutschland gezählt wird.
“Falsch / viel zu hoch angesetzt sind auch nahezu alle anderen Zahlen, zum Beispiel für unser Engagement bei Michael Schumacher oder Paul Biedermann”, so Lach nach dem Motto, wir verraten Euch nicht, dass es viel mehr ist, was die kriegen.
Da bleibt eben nicht viel übrig für den Vermögensberater. Ein Vorstandsmitglied der DVAG soll einmal gesagt haben, dass jährlich 1/3 der Vermögensberater das Handtuch werfen ( ich halte diese Zahl für etwas zu hoch gegriffen). Ein Anwalt der DVAG sagte einmal, es brächte doch nichts, alle Vermögensberater zu verklagen - die seien doch eh alle pleite.
Und Dr. Lach versucht immer wieder den Kopf aus der Schlinge zu drehen mit fadenscheinigen Platitüden wie diese : “Mit 32 € je Einheit Gesellschaftsprovision sind Sie meilenweit über das Ziel hinaus geschossen. Ziehen Sie einen mittleren zweistelligen Prozentsatz ab, dann liegen Sie ganz gut.”, so Lach. Nichts Konkretes. Um Gottes Willen soll der Kunde bloß nicht erfahren, was er an die DVAG unfreiwillig zahlen muss.
Und da räumt Dr. Lach sogar noch ein, dass die DVAG die Bestandsprovision den Vermögensberatern vorenthält, in dem er schreibt : “Bei der Bestandsprovision, die wir im Übrigen zur Deckung der Kosten für die vielfältigsten Serviceleistungen für unsere Vermögensberater benötigen”, - unglaublich, aber wahr.
Es kommt noch dicker : Lach räumt in seiner unverbindlichen Art ein, “Ebenfalls richtig ist, dass uns unsere Hotels jedes Jahr viel Geld kosten. Aber auch hier investieren wir zu 100 Prozent zum Wohle unserer Vermögensberater”. Vermögensberater - Ihr investiert in Hotels! Ich wüsste nicht, dass man mal irgendeinen Vermögensberater gefragt hat, ob er lieber ein erheblich höheres Einkommen hätte oder der DVAG ein 5-Sterne-Hotel bezahlen möchte.
“Übrigens weiß ich als Vermögensberater der DVAG, dass ich 100% der Provisionen bekomme” meint Wolfgang Stadler weiter unten in den Kommentaren. Tja lieber Herr Stadler, aber nur von dem, was übrig geblieben ist, nachdem die Sahnestückchen längst verteilt und verspeist wurden.
Lustiges am Rande: Der Werbeblog ließ dann auch die himmelhochjauchzende Äußerung zu, man sei wieder die Nr. 1. “Herr Polerka erweckt den Eindruck, selbst Vermögensberater zu sein. Wenn dem so ist: Niemand wird dazu gezwungen, als Vermögensberater bei der Nummer 1 zu arbeiten”.
Hoppla, wenn das mal nicht vom AWD gelesen wird, der solche Lobgesänge der DVAG gerichtlich untersagt hatte. Mal gucken, ob jetzt die Zwangsvollstreckung droht.