Aug 10

Mal eben so nebenbei will sich Dr. Pohl, Gründer der DVAG, in Marburg ein Denkmal setzen. Für ein neues Informations- und Congresscentrum lässt er mal gerne 40 Mio Euro springen. Baubeginn diesen Sommer.

Ein teures Denkmal. Um dies zu finanzieren, hat die DVAG schnell mal interne Leistungen gekürzt. Im aktuellen mitarbeiterinternen Schnellbrief heißt es:

“Möglicherweise erschwert die Vielfalt an Reisen, Seminaren, Workshops und
Meetings die Konzentration auf den Kern unserer Arbeit, nämlich die
Kundenberatung und den Unternehmensaufbau. Wir haben uns deshalb
entschlossen, Ihnen im zweiten Halbjahr zusätzlichen Freiraum zu
verschaffen und die geplanten Aktivitäten im Seminar- und
Veranstaltungsbereich auf ein Minimum reduziert…. Andere Maßnahmen werden wir zunächst bis zum Jahresende aussetzen. ”

Seminare, also Weiter- und Fortbildung, erschweren die Kundenberatung.

Es gibt Sätze, die klingen wie Hohn.

Mai 29
Warum tragen Versicherungsvertreter dunkle Anzüge, ein weißes Hemd und Krawatte?
Antwort:
Sie dürfen anders, können aber wohl nicht anders.
Warum müssen Anwälte vor Gericht Robe, Anzug, weißes Hemd und Schlips tragen?
Antwort:
Sie dürfen nicht anders!

Das Landgericht Mannheim hat am 27.01.2009 entschieden, dass ein Anwalt einen Schlips zu tragen hat. Ansonsten, so das Gericht, erscheint der Rechtsanwalt in unvollständiger Amtstracht und ist aus dem Gerichtssaal zu entlassen.
Mai 15

Es gab eine ganze Reihe von Reaktionen auf den “Zeit”-artikel. Da empfiehlt es sich, die Kommentare zu lesen, die die Zeitleser geschrieben haben.

Auch bei uns gab es einige interessante Rückmeldungen. Vor allem aber gab es weitere Medienanfragen, so dass das Thema auch weiterhin in der Öffentlichkeit vertreten bleibt. Wir dürfen auf weitere Berichterstattungen gespannt sein. Über alles, was wir da erfahren, werden wir hier selbstverständlich und gerne berichten.

In dem Zeitartikel ist von einer Auffordererung der DVAG zu lesen, dass alte Lebensversicherungsverträge gekündigt werden sollten und - in einem Atemzuge - neue abgeschlossen werden sollten. Dieser Bericht ist auf den “Stern” vom 16.09.2007 zurückzuführen.

Auch dieser Bericht ist lesenswert.

Wir möchten Tobias Romberg an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich für seinen spannenden Bericht in “Die Zeit” bedanken.  Endlich einmal wurden auch die Hintergründe beschrieben, das “Wurzelgeflecht” mit der Politik, aber auch vor allem, dass auch die Mitarbeiter der Strukturvertriebe Opfer werden können. Der  Fall Plaschka ist beileibe keine Ausnahme.

Viele Sendungen berichteten immer, dass die Kunden oft von Strukturvertrieben geschädigt wurden. Herr Romberg hat aufgezeigt, dass jedoch das gesamte Wurzelgeflecht (Verträge mit den Mitarbeitern mit dieser “erhöhten” Abhängigkeit und auch der (Geld)-Einfluss auf unsere Gesetzgeber und Gesetzgeberinnen) für die vielen Schäden mit verantwortlich sind.

Mai 07

unser Tipp:

Heute mal “Die Zeit” kaufen und die Wirtschaft aufschlagen (S.22) !

Dort ist ein netter Bericht über die DVAG….

Apr 21

Unsere Blog-Kollegin RAin Heidrun Jakobs, LL.M, ist zwar bislang ein wenig schreibfaul, verbringt ihre Freizeit aber stattdessen mit anderen lustigen Sachen. So hat sie sich gerade bei den Sparkassen mächtig unbeliebt gemacht, weil die Gebühren in deren AGB nicht nur kritisierte, sondern vom Bundesgerichtshof für unwirksam erklären ließ. Heute berichten über über Ihren Sieg alle möglichen Medien:

Hier gibt es einen Filmbeitrag der Tagesschau.

Herzlichen Glückwunsch, Frau Kollegin!

Apr 13

Wir wünschen allen Lesern und Leserinnen dieses Blogs ein paar schöne und frohe Ostertage?
Auch an Feiertagen  gibt es jedoch auch wieder Neues aus den Gerichtssälen zu berichten:
So entschied am 11.03.2009 das Arbeitsgericht Frankfurt am Main in einem Rechtsstreit mit einem Vermögensberater, dass der Rechtsweg zu den Gerichten für Arbeitssachen unzulässig sei, da sich das Arbeitsgericht der bereits erwähnten Entscheidung des BGH vom 12.02.2009 anschließen möchte und der Vermögensberater damit angeblich über 1.000,00 € durchschnittlich in den letzten sechs Monaten bezogen hat.
Eine überraschende Entscheidung, die sich mit der bereits bekannten Rechtsprechung des Landesarbeitsgerichts Hessen und dem Bundesarbeitsgericht nicht in Einklang steht und wohl noch aufzuheben ist.
Mrz 16

Der AWD hat zur Zeit wenig zu lachen. Insbesondere in Österreich, wo es anders als hierzulande mit der politischen Vernetzung ein wenig hapert, wird in Politik und Medien offen vom “AWD-Keiler” gesprochen (wie berichteten): Es gibt Klagen enttäuschter Kunden, insbesondere eine Sammelklage des dortigen Verbraucherschutzvereins für 6500 Beratungsnehmer, die Presse berichtet ausgiebig über das Strukturvertriebssystem und in Tirol hat ein ehemaliger Chef “ausgepackt”. Derweil spekuliert die Österreicher Presse, ob der AWD seine Kunden vor dem Absturz nicht retten konnte, oder ob er es nicht einmal wollte.

Als Reaktion auf das Desaster will der österreichische Staat den Finanzdienstleistungssektor stärker reglementieren und verlangt unter anderem die Kundendaten. Einige Hundert Österreicher AWDler sollen den Finanzvertrieb bereits verlassen haben.

Nun schlägt der geprügelte AWD, der sich als Opfer einer Kampagne sieht, mit einer PR-Offensive zurück: So hat man neben einer Vielzahl an werbeträchtigen Domains ein interaktives Portal zum Thema Kundenzufriedenheit eröffnet, bei dem sich Verbraucher über den AWD Luft machen können. Nicht riskieren möchte man jedoch, dass sich dort AWD-Kunden wirklich authentisch äußern: Beiträge werden erst freigeschaltet, wenn sie vorher vom AWD kontrolliert wurden. Nachdem bereits das AWD-Karriereblog eher unfreiwillige Komik bot, kann man sich einen Reim darauf machen, was für Beiträge vom AWD freigeschaltet werden, und welche nicht.

Wer sich für die Realität einer AWD interessiert, der ist mit dem Informationsangebot des Vereins der AWD-Aussteiger e.V. sicherlich besser bedient.

Jan 27

“Alles, was Sie ab jetzt sagen, kann gegen Sie verwendet werden!” - diese uns aus US-Krimis geläufige Rechtsbelehrung könnte auch das Motto des Finanzvertriebs DVAG sein. So beschränken sich die DVAG-Anwälte vor Gericht nicht auf die Auseinandersetzung in Schriftsätzen, sondern zitieren inzwischen auch fröhlich aus unserem Blog und versuchen in fragwürdiger Weise, einzelne Beiträge gegen uns zu verwenden. Der Versuch wird kaum verfangen …

Wir bewerten diese Aufmerksamkeit als Bestätigung dafür, dass wir da jemandem ordentlich auf die Füße treten. Grüße nach Frankfurt!

Dez 22

… verspricht das Weblog www.versicherungskritiker.de.

Noch hatte ich nicht die Zeit, die Inhalte zu analysieren, aber jedenfalls die Rubrik “Skurriles” macht Laune. Über die Perspektive und die Beweggründe der drei Autoren lässt sich auf die Schnelle nichts erkennen, anscheinend ist die Website nicht kommerziell, was wir ausdrücklich begrüßen.

Abzüge in der B-Note gibt es allerdings für die Bezeichnung gewisser Strukturvertriebe als “Finanzmakler”. Zwar haben die jeweiligen Vertriebsorganisationen eine Maklerlizenz (damit sie an die Firmen der Finanzindustrie herantreten können), die einzelnen Handelsvertreter sind jedoch nichts anderes als Handelsvertreter - auch wenn sie sich 1000 mal “Makler” nennen. Das Wort “Maklervertrieb” ist ein Widerspruch in sich, denn ein echter Makler “vertreibt” nichts, sondern erhält seine Provision direkt vom Kunden als Gegenleistung für seine Recherchedienste. Davon wird man bei Finanzstrukturvertrieben nicht ernsthaft sprechen wollen.

Dez 15

Auch der Finanzvertrieb AWD hat nun die Blogosphäre entdeckt. Genau eine Woche nach uns(!), nämlich am 27.Juni 2008, begannen “Mitarbeiter” des AWD zu bloggen, und zwar im awd-karriereblog.de. (Wir vermuten mal stark, dass es sich bei den “Mitarbeitern” (Synonym für Angestellte) um “selbständige Handelsvertreter” handelt …)

Im Beitrag “Bildung aus der BILD” vom 10.August 2008 ärgert sich Bloggerin Lydia Schöneberger über den (zugegebenermaßen lapidaren) Spruch

“Anders, als man vom Namen her vermuten könnte, befasst sich der “Allgemeine Wirtschaftsdienst” nicht mit Gastronomie, sondern mit Klinkenputzen im Finanzbereich”.

Dieses (leider nicht verlinkte) Statement fanden die AWD-Blogger wohl bei Finanzparasiten.de, deren Website im Google-Ranking auf Platz 2 direkt nach dem Firmenauftritt gelistet wird. So heißt es bei den AWD-Bloggern:

Geistreiche Äußerungen wie diese sind noch zu vernachlässigen: “Anders, als man vom Namen her vermuten könnte, befasst sich der “Allgemeine Wirtschaftsdienst” nicht mit Gastronomie, sondern mit Klinkenputzen im Finanzbereich”. Anders sieht es bei verbalen Ergüssen aus, die nicht einmal mehr Halbwahrheiten, einzig völlige Unkenntnis dokumentieren. Pauschalste Aussagen sind vorherrschend und reihen sich damit nahtlos in die Riegen “alle Polen klauen, alle Deutschen essen Sauerkraut, alle Blonden sind doof, alle Opel-Fahrer sind……….” ein - die jeder intelligente Mensch nur ablehnen kann.

(…) Nach fünf Jahren im Unternehmen weiß ich, wie der Hase läuft. Dass nicht nur “ausgebildet”, sondern AUSGEBILDET wird, dass Seminare nicht kostenpflichtig sind, meistens noch nicht einmal die Verpflegung, (…)

Huch?! Seminare beim AWD sind nicht kostenpflichtig? Im selben Blog lesen wir am unter Hohe Kosten als Finanzberater bei AWD??? vom 31.Oktober 2008:

Es gibt natürlich auch immer wieder Angebote für weitere Seminare oder Trainings - diese suchen sich meine Berater gemeinsam mit mir aus - die Kosten trägt der selbständige selbst - jedoch gibt es auch hier Ausnahmen.

Ja, wie denn nun?

Zumindest beziehen wir unser Wissen nicht aus der BILD, sondern unsere Bildung geht anscheinend konform mit der des AWD-Karriere-Blogs … ;-)

Weiter schreibt Frau Schöneberger:

Ich kann den Menschen, die meinen, ihr fundiertes Wissen und ihre überaus große Kenntnis des AWD zum Besten geben zu müssen nur anbieten, mich eine Woche zu begleiten. Danach dürfen sie ein Urteil fällen.

Nichts gegen solide Recherche, aber wie Finanzstrukturvertriebe von innen aussehen, das wissen vor allem ehemalige Strukkis - und natürlich wir als deren Anwälte. Das Angebot der AWD-Bloggerin Lydia Schöneberger, sie eine Woche lang zu begleiten, übt daher auf uns (insoweit …) keine allzu große Anziehungskraft aus. Wir bieten ihr allerdings an, sie vor Gericht zu begleiten, falls sie sich mal beruflich verändern möchte … In diesem Bereich stammt unsere Bildung nämlich aus erster Hand.

Was die AWD-Blogger nicht schreiben: Es handelt sich bei der AWD-Seite von finanzparasiten.de um die Einleitung zu einer Linksammlung auf Artikel namhafter Publikationen, wie Spiegel, Focus, Stern, Süddeutsche, Capital, Finanztest, Manager Magazin … Die BILD-Zeitung ist als Quelle offensichtlich nicht dabei. Die schreibt nämlich eher so etwas.