Allgemein

Veränderungen und Konstanz

Die Generali Versicherung schließt Standorte und will 800 Stellen streichen („Streichen“ klingt in diesem Zusammenhang fast schön). Da stehen Änderungen ins Haus. Ob sich das auf den Vertriebspartner DVAG auswirkt, wird nicht berichtet.

Konstant ist die DKM in Dortmund, dem jährlichen Stelldichein für Makler, Vermittler und Versicherungsunternehmen. Es soll so zuverlässig stattfinden, wie es jedes Jahr Weihnachten gibt, war zu hören.

Die DKM beginnt morgen und ist die Fachmesse für die Finanz- und Versicherungswirtschaft.

Beständig dürfte auch sein, dass viele nicht im Dunkeln tappen, wenn sie gefragt werden, wofür die drei Buchstaben DKM überhaupt stehen. „Die KontaktMesse“ der Finanz- und Versicherungsbranche sollte es ursprünglich mal heißen. Wer kann darauf schon kommen.

Wieder mehr Versicherungsvermittler

AssCompact hatte in seinem Online-Magazin am 02.10.2026 darüber geschrieben, dass angeblich der Vermittlerschwund abgebremst worden sei. Erneut würde die Maklerschaft weiter wachsen.

Dies ergebe sich aus einer aktuellen DIHK-Statistik.

Die Zahl der Versicherungsvermittler hat sich danach im Quartal 2026 wieder leicht erhöht. Im Verzeichnis sind 47.329 Versicherungsmakler gelistet.

Insgesamt gab es zum 01.10.2026 179.065 Versicherungsvermittler mit der Zulassung gem. § 34d GewO. Dies sind 255 mehr als Anfang Juli. Die Zahl der Versicherungsmakler ist um 85 auf nun 47.329 gestiegen.

Die Zahl der Versicherungsvertreter ist dagegen um 2 Eintragungen gesunken. Insgesamt gibt es 27.270 Versicherungsvertreter.

Hier im Blog wurde oft darüber berichtet, welche Vorteile der Wechsel eines Versicherungsvertreters, der in der sogenannten Ausschließlichkeit arbeitet, zu dem Beruf des freien Versicherungsmaklers hat.

LG Düsseldorf hält die Grundsätze für nicht zwingend

Wie hier im Blog bereits häufig erwähnt, kann der Ausgleichsanspruch gem § 89 b HGB verschiedenartig berechnet werden.

Zumeist berechnen die Versicherer den Ausgleichsanspruch nach den sogenannten „Grundsätzen zur Berechnung des Ausgleichsanpruchs“. Diese Grundsätze wurden hier im Blog bereits häufig kritisiert. Sie dürften veraltet sein. Die Parameter sind in sich nicht nachvollziehbar.

Dennoch hat der BGH diese Grundsätze zumindest als Schätzungsgrundlage anerkannt.

Viele Versicherer und ihre Vertriebe haben in den Handelsvertreterverträge vereinbart, dass die Berechnung des Ausgleichsanspruchs nach diesen Grundsätzen erfolgen soll.

Das Landgericht Düsseldorf wies kürzlich darauf hin, dass eine solche Klausel nicht bindend sei und dem Handelsvertreter trotz dieser eindeutigen Vereinbarung die Möglichkeit bleibt, seinen Ausgleichsanspruch anhand anderer Grundlagen zu berechnen.

Das Gericht sah in der Vereinbarung, dass ausschließlich nach den Grundsätzen abzurechnen sei, einen Verstoß gegen die Vorschriften der allgemeinen Geschäftsbedingungen gem. §§ 305 ff. BGB.

Vorliegend ging es um den Streit einer Ausgleichsberechnung mit der ERGO.

Kammergericht Berlin: Vermittler dürfen ihre Zukunft auch bei Wettbewerber vorbereiten

In einem  Hinweisbeschluss des Kammergerichts Berlin vom 20.04.2026, Az. 12 U 16/26, besprochen u. a. im Assekuranz-Info-Portal und Focus Money  wurde entschieden, dass die Anbindung eines Versicherungsvertreters an einen Maklerpool vor Vertragsende keine unzulässige Konkurrenztätigkeit darstellt, solange tatsächlich keine Geschäfte für den Maklerpool vermittelt werden.

Der bisherige Vertrieb hatte selbst den Tätigkeitsnachweis verlangt, und es gab keine Hinweise auf Konkurrenztätigkeit.

Ein bundesweit für einen Strukturvertrieb tätiger Handelsvertreter bereitete nach Kündigung seines Vertrags den Wechsel in die Maklerschaft vor. Er schloss dazu eine Anbindungsvereinbarung mit einem Maklerpool und informierte den bisherigen Vertrieb darüber, erklärte aber ausdrücklich, bis Vertragsende keine operative Tätigkeit für den Maklerpool aufzunehmen oder Konkurrenzgeschäfte zu vermitteln. Das Kammergericht stellte klar, dass diese vorbereitenden Maßnahmen noch keine unzulässige Konkurrenztätigkeit darstellen, solange während der Vertragslaufzeit tatsächlich kein Wettbewerb ausgeübt wird.

Der Hinweisbeschluss macht klar, dass zwischen bloßer Vorbereitung und tatsächlicher Konkurrenztätigkeit zu unterscheiden ist. Vorbereitende Maßnahmen wie die Anbahnung einer späteren Tätigkeit verstoßen, solange nicht gegen das Wettbewerbsverbot und nicht gegen die Interessenwahrnehmungspflicht des § 86 Abs1 HGB.

Der Hinweisbeschluss des Kammergerichts Berlin verdeutlicht, dass zwischen zulässiger Vorbereitung eines Berufswechsels und unzulässiger Konkurrenztätigkeit sauber zu trennen ist.

Damit bestätigt die Entscheidung im Kern die bisherige Rechtsprechung, wonach selbst die Teilnahme an Schulungen eines künftigen Unternehmens während des noch laufenden Vertrags nicht zwangsläufig einen Wettbewerbsverstoß darstellt und auch nicht die genannte Pflicht verletzt, solange keine tatsächlichen Wettbewerbshandlungen vorgenommen werden.

In der Rechtsprechung wird betont, dass selbst in einem konkreten Fall, als ein Handelsvertreter während des noch laufenden Vertrags an einer Schulung des künftigen Unternehmens teilnahm, und am Flughafen auf dem Weg dorthin zufällig Kollegen des bisherigen Strukturvertriebs traf, dies nicht unzulässig war.

Peinlich war, als die „alten“ Kollegen ausgerechnet in der Reihe am Schalter direkt nebenan standen.

Diese Kollegen schlossen aus Reiseziel und der Gruppe der Mitreisenden nebenan auf Konkurrenztätigkeit und informierten den bisherigen Vertrieb darüber. Dann wurde geklagt. Das Gericht sah dies nicht als Wettbewerbsverstoß an. Denn allein der Umstand der Bildungsmaßnahme bei einem Konkurrenten wurde nicht als Wettbewerbsverstoß gewertet. Weder die Schulungsteilnahme noch die Vorbereitung stellten für sich genommen eine unzulässige Konkurrenztätigkeit oder einen Verstoß gegen die Interessenwahrungspflicht nach § 86 Absatz1 HGB dar. Damit bleibt als Kernsatz: die rechtliche Grenze verläuft dort, wo der Vertreter während des laufenden Vertrags tatsächlich in Wettbewerb zum bisherigen Unternehmer tritt, nicht bereits bei erlaubten Vorbereitungen.

Solange ein Handelsvertreter während der Vertragslaufzeit nicht tatsächlich für ein Konkurrenzunternehmen tätig wird, verstößt etwa der Abschluss einer künftigen Anbindungsvereinbarung oder auch bloß vorbereitende Tätigkeiten nicht gegen das Wettbewerbsverbot und nicht gegen die Interessenwahrungspflicht aus § 86 Absatz1 HGB.

Was ist ein Strukturvertrieb?

Es gibt viele Vertriebe, die als Strukturvertriebe bezeichnet werden. Viele sind im Finanzdienstleistungsgewerbe aktiv und beschäftigen überwiegend Handelsvertreter.

Aber was ist eigentlich ein solcher Strukturvertrueb und was zeichnet ihn aus? Wir haben mal die KI gefragt.

Ein Strukturvertrieb ist ein Vertriebsmodell, bei dem Verkäufer nicht nur Produkte vertreiben, sondern auch eigene Unterverkäufer anwerben sollen. Dadurch entsteht eine pyramidenartige hierarchische Struktur, in der Provisionen nicht nur für Produktverkäufe fließen, sondern auch für das Werben neuer Verkäufer. Das kann in ein Schneeballsystem umschlagen. Dieses wäre rechtlich und ethisch umstritten. Der Fokus sollte klar auf einem echten Produkt und nachhaltigem Verkauf liegen und nicht auf dem Anwerben neuer Mitglieder.

Ein Strukturvertrieb ist hierarchisch organisiert. An der Spitze stehen die Leiter, darunter Teamleiter und weitere Verkaufsebenen. Die, die weiter unten einsteigen, verdienen meist nur dann Geld, wenn sie Produkte verkaufen, oder neue Leute anwerben, die dann ihrerseits wieder verkaufen sollen. Diese Struktur resultiert in einem von oben nach unten entstehendem Druck.

Die Wurzeln des modernen Strukturvertriebs liegen in den USA. Als Pionier gilt Karl Renborg, der in den 1930ern mit seinem Unternehmen Nutrilite Vertriebspartner auf mehreren Stufen Provisionen zahlen ließ. Später hat unter anderem die Firma Amway das Modell international sehr bekannt gemacht.

In den USA hat sich bei vielen Modellen gezeigt, dass sechs bis acht aktive Ebenen wirtschaftlich effizient sind. Einige Unternehmen haben zwar mehr Karrierestufen, aber oft sind das eher Titel, nicht zwingend zusätzliche provisionsrelevante Ebenen. Das ist ein praktischer Richtwert und keine feste Regel.

Je nach Unternehmen unterscheidet sich die Anzahl der Ebenen. Große Strukturvertriebe haben bis zu 10 Stufen, aber entscheidend ist weniger die Zahl, sondern dass der Umsatz und die Verantwortung an höhere Ebenen gekoppelt sind.

Bei seriösen Vertriebsmodellen ist Transparenz, faire Provisionen und ein klarer Produktfokus entscheidend. Wenn Druck entsteht, primär neue Verkäufer anzuwerben, ist das problematisch. Die Zahl der Stufen ist nicht das Qualitätsmerkmal. Wichtiger ist, wie Umsätze und Verantwortung verteilt sind und ob das Geschäftsmodell nachhaltig und verbraucherfreundlich ist.

Raus aus der Ausschließlichkeit und die sozialen Medien

Das versicherungsjournal.de hat sich einem Thema angenommen, welche Auswirkungen der Auftritt eines Vermittlers in den sozialen Medien hat, der aus der Auschließlichkeit ausscheiden möchte.

Werbung für eine künftige Konkurrenztätigleit darf ein Handelsvertreter nicht machen, solange er noch bei dem alten Vertrieb unter Vertrag steht. Dies gilt auch für die sozialen Medien.

Die andere Seite der Liste: Das getrübte Ansehen des Versicherungsvertreters

AssCompact berichtet über eine neue Erhebung über die beliebstesten und unbeliebtesten Berufe, Während Feuerwehrleute und viele aus dem Gesundheitsbereich ein gutes Ansehen genießen, gibt es eine „andere Seite der Liste“.

Versicherungsvertreterinnen und -vertreter befinden sich „auf der anderen Seite der Liste“. Sie sind mit 6% erneut auf dem vorletzten Platz – direkt hinter Politikerinnen und Politikern.

Das Ansehen ist weiterhin getrübt.

Vor dem Hintergrund, dass Versicherungsvertreter auch mal den letzten Platz innehatten, kann man von einer rasanten Verbesserung kaum sprechen.

Die Bürgerbefragung öffentlicher Dienst wurde im Juli 2026 vom Meinungsforschungsinstitut forsa für den dbb beamtenbund und tarifunion durchgeführt.

Ist „Raus aus der Auschließlichkeit“ stets der richtige Weg?

Viele Ausschließlichkeitsvertreter entschließen sich im Laufe ihrer beruflichen Laufbahn dazu, die Ausschließlichkeit zu verlassen und selbstständiger Versicherungsmakler zu werden.

Dieser Wechsel wird schlagwortartig oft als „Raus aus der Ausschließlichkeit“ beschrieben.

Um hier keine rechtlichen Fehler zu begehen und nicht von falschen Erwartungen auszugehen, ist dabei der Rat eines spezialisierten Anwaltes und anderer Experten zu empfehlen.

Während der Vermittler in der Ausschließlichkeit in den betrieblichen Strukturen fest eingebunden war, er dort quasi fest an die Hand genommen wurde, indem ihm ein Kundenbearbeitungsprogramm sowie nachvollziehbare Arbeitsstrukturen an die Hand gegeben wurden, muss sich der wechselnde Berater erst einmal zurechtfinden.

Die Frage ist daher vorrangig, wie sich ein neuer Versicherungsmakler in der Welt der vielen Versicherungen und Versicherungsangeboten zurechtfinden soll.

Damit ein Versicherungsmakler nicht sämtliche Versicherungen anschreiben muss und mit diesen eine entsprechende Courtagevereinbarung abschließen muss, haben sich zur Erleichterung dieser Tätigkeit etliche Maklerpools auf dem Markt gebildet.

Gemäß der Hitliste von cash-online.de ist und bleibt dort an der Spitze die Fondsfinanzmaklerservice GmbH. Auf Kununu beschreibt sie sich als der Allfinanzmaklerpool Deutschlands mit mehr als 500 Produktpartnern aus der Finanz- und Versicherungswelt und über 31.000 freien Vermittlerinnen und Vermittlern.

Auf Platz 2 der Maklerpools ist Jung DMS & Cie (JDC) und auf Platz 3 Netfonds. Maklerpools haben einen großen Zulauf und stellen den Markt der Zukunft dar. Die Fondsfinanz wurde erst 1989 gegründet und hat mit 31.000 freien Maklern erhebliche Zuwachsraten.

Im Vergleich: Der größte Strukturvertrieb, die DVAG, hat im Vergleich dazu im Jahre 2025 rund 18.000 hauptberufliche Vermögensberater.

Maklerpools bieten einen Zugang zu den Versicherern, die dem Maklerpool angeschlossen sind. Über den Maklerpool erlangt der Versicherungsmakler somit eine Plattform, über die er Kunden verwalten kann, Angebote einholen kann, Berechnungen vornehmen kann usw. Ein Maklerpool bietet dem Versicherungsmakler mithin das an, was dem Ausschließlichkeitsvertreter in der Regel durch den Vertrieb an die Hand gegeben wird.

Der Maklerpool rechnet mit den Versicherungsunternehmen die Provisionen ab und leitet die vereinbarte Provision an den Makler weiter.

Ein Handelsvertreter, der für einen Vertrieb in der Ausschließlichkeit tätig ist, ist grundsätzlich zur Bemühung verpflichtet.

Ein Makler ist gegenüber dem Maklerpool allerdings grundsätzlich nicht zur Tätigkeit verpflichtet (hier gibt es allerdings Ausnahmen). Der Makler kann sich grundsätzlich gleichzeitig auch anderen Maklerpools anschließen.

Maklerpools haben offensichtlich den Zeitgeist erkannt. Dies erklärt ihren rasanten Zulauf.

Bei der Auswahl, welcher Maklerpool der richtige ist, sollte jedoch nicht nur auf die äußeren Zahlen geachtet werden.

Wichtig ist nicht nur, wie es Andreas Lohrenz von der Firma Rockit.UG einmal beschrieben hat, ob man aktuell mit einem Pool zufrieden ist, sondern auch, ob man neue Verpflichtungen aufbaut, die spätestens am Ende einer Geschäftsbeziehung zu spüren sind.

Die Kundenschnittstelle bekommt dabei eine besondere Bedeutung.

Versicherungsmakler oder Ausschließlichkeit ?

Maklerpools bieten Versicherungsmaklern eine Plattform, um Zugang zu vielen Versicherungsunternehmen zu erhalten. Im Idealfall gibt es keine Bindungs- oder Tätigkeitsverpflichtung und eine große Auswahl alle namhaften Versicherer und deren Produkte.

In der Ausschließlichkeit gilt es, wie das Wort es beschreibt, dass Vermittler ausschließlich für ein Unternehmen tätig sein dürfen. Als Handelsvertreter hat man eine Tätigkeitsverpflichtung.

Zwischen dem freien und selbständigenVersicherungsmakler und dem Vermittler in der Ausschließlichkeit gibt es viele Grauzonen.

Im Idealfall arbeitet der Versicherungsmakler unter der Prämisse, beinahe alle Versicherungsunternehmen anbieten zu können und somit über eine Vielzahl von Versicherungsangeboten zu verfügen. Er darf sich aber nicht als unabhängig bezeichnen.

Ebenso wie der Ausschließlichkeitsvertreter lebt der Versicherungsmakler von Provisionen.

Der Beruf des Versicherungsmaklers bietet jedoch gegenüber dem Ausschließlichkeitsvertreter einen gewaltigen Vorteil. Der Ausschließlichkeitsvertreter ist nur für ein Unternehmen tätig und von diesem Unternehmen abhängig.

Der Versicherungsmakler dagegen ist, sofern er nicht als Handelsvertreter tätig ist, nicht von einem einzigen Unternehmen abhängig.

Ein Ausschließlichkeitsvertreter, der als Handelsvertreter tätig ist, ist in der Regel wirtschaftlich von dem Unternehmen abhängig, für das er tätig ist.

Dies stellt oft ein erhebliches Risiko dar.

Leider ist immer wieder bei Vertrieben, die Handelsvertreter beschäftigen, welche ausschließlich für diese Vertriebe tätig sind, zu beobachten, dass erkrankte oder ältere Handelsvertreter latent von einer Kündigung gefährdet sind. Zuweilen werden sogar Kündigungen ausgesprochen.

Handelsvertreter genießen keinen Kündigungsschutz.

Dies kann in der Praxis zur Folge haben, dass ein Ausschließlichkeitsvertreter Jahrzehnte lang einen Kundenstamm aufgebaut hat und diesen dann plötzlich nicht mehr betreuen darf. Den Kundenstamm hat er für das Unternehmen aufgebaut, er ist schließlich als Handelsvertreter „Vertreter des Unternehmens“.

Dies bedeutet im schlimmsten Fall, dass im hohen Alter ein beruflicher Neuanfang stattfinden muss.

Eine solche Tätigkeit stellt somit ein erhebliches existenzielles Risiko dar.

Der Ausgleichsanspruch, wenn er denn überhaupt gezahlt wird, ist oftmals übersichtlich.

Wird der Ausgleichsanspruch an den sogenannten Grundsätzen für die Berechnung des Ausgleichanspruchs gemessen, ist dieser oft nur auf wenige Monatsumsätze beschränkt. Die Kunden beansprucht der Vertrieb zumeist für sich.

Der selbstständige Versicherungsmakler hingegen ist in der Regel „unkündbar“.

Außerdem behält er seine Kunden, solange sich diese nicht für einen anderen Berater entscheiden.

Von dem aufgebauten Kundenstamm profitiert der Versicherungsmakler dann auch noch im Alter.

Fazit: Der Beruf des Versicherungsmaklers, der nicht als Handelsvertreter tätig ist, stellt sich im Vergleich zu den Ausschließlichkeitsvertretern, die als Handelsvertreter tätig sind, als der sicherere berufliche Weg dar.

Landgericht Frankfurt: DVAG muss Schadenersatz zahlen

Das Landgericht Frankfurt verurteilte die DVAG zur Zahlung eines Betrages von etwa über 10.000€ an eine ehemalige Vermögensberaterin.

Hintergrund ist, dass die Ex-Vermögensberaterin eine fristlose Kündigung, hilfsweise eine fristgemäße Kündigung, erhielt. Im Rahmen der Klage wehrte sie sich gegen die fristlose Kündigung und forderte teilweise Schadensersatz.

Dieser Schadensersatz wurde erstinstanzlich ausgeurteilt und dabei festgestellt, dass die fristlose Kündigung unwirksam ist.

Die fristlose Kündigung wurde damit begründet, dass gegen die ehemalige Beraterin ein Insolvenzverfahren lief, sowie eine Schufa-Auskunft mit negativen Inhalten.

Wegen des Insolvenzverfahrens wurde die ehemalige Beraterin von der DVAG angeschrieben und aufgefordert, die Situation zu regeln. Falls die Situation nicht geregelt werden kann, kündigte die DVAG die außerordentliche Kündigung an.

Das Insolvenzverfahren wurde kurz danach durch Zahlung erledigt.

Das Gericht sah keinen Grund für eine fristlose Kündigung. Ein wichtiger Grund zur außerordentlichen Kündigung gem. § 89a HGB ist gegeben, wenn dem zur Kündigung berechtigte Teil die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses nicht zugemutet werden kann.

Das Gericht meinte, die Kündigung könne nicht darauf gestützt werden, dass erforderliche gewerbliche Erlaubnisse fehlen würden. Dazu sei nichts vorgetragen worden.

Auch allein die Eröffnung des Insolvenzverfahrens stelle keinen Kündigungsgrund dar. Auch die von der DVAG vorgelegten Anforderungen der BaFin in einem Rundschreiben würden eine Kündigung nicht verlangen.

Eine auf ungeordnete Vermögensverhältnisse gestützte Kündigung sei auch nicht wirksam. Selbst wenn es offene Forderungen des Finanzamtes gegeben hätte, hätte man der ehemaligen Beraterin die Möglichkeit einräumen müssen, ihre Vermögensverhältnisse zu ordnen.

Grundsätzlich müsse einer außerordentlichen Kündigung eine Abmahnung vorausgehen. Weil man nach der Abmahnung nicht die angekündigte Konsequenz zog, sondern einen weiteren Gesprächstermin anbot, soll nach Ansicht des Gerichts es auf die Abmahnung nicht mehr ankommen.

In diesem Verfahren verlangte die ehemalige Beraterin Schadensersatz, weil ihr Provisionen entgangen sind. Aus den letzten Jahren berechnete sie den Durchschnittsumsatz. Daraus leitete sie dann den Schaden her, der entsprechend tituliert wurde.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Amtsgericht Köln: Rückstellungskonto stellt Anspruch dar

Am 05.06.2026 berichteten wir darüber, dass das OLG Oldenburg Ansprüche aus einem Rückstellungskonto abgelehnt hatte. Es meinte, der Handelsvertreter müsse diese Ansprüche genau berechnen können. Er müsse genau angeben können, aus welchen Verträgen Ansprüche auf Auszahlung des Rückstellungskontos resultieren.

Das Amzsgericht Köln sah dies in einem Urteil vom 07.05.2026 rechtlich anders.

Danach solle eine Provisionsabrechnung, die ein Guthaben auf einem Rückstellungskonto darstellt, grundsätzlich einen Anspruch darstellen können. Dies sei unstreitig, deswegen komme es nach Ansicht des AG nicht mehr darauf an, ob diese Abrechnung ein abstraktes Schuldanerkenntnis darstellt, wie es das OLG Düsseldorf in dem Urteil vom 13.11.2015 unter dem Aktenzeichen 16 U 227/14 und das OLG Karlsruhe mit Urteil vom 13.09.2017 unter dem Aktenzeichen 15 U 7/17 gesehen hat.

Vorliegend hatte sich das AG Köln mit Ansprüchen gegen die OVB auseinandergesetzt.

Das Gericht prüfte dann noch, ob der Finanzdienstleistungsvermittlungsvertrag die Zahlung des Stornoreserveguthabens ausschließe. Das wäre dann der Fall, wenn diese Ansprüche etwaige Rückzahlungsansprüche der OVB wegen unverdienter Provisionsvorschüsse sichern soll.

Das Gericht wertete die vertragliche Regelung jedoch anders. Diese Regelung könne nicht so verstanden werden, dass ein Auszahlungsanspruch entsteht, wenn das Haftungsrisiko die Stornoreserve nicht mehr übersteigt, also die einbehaltene Sicherheit höher ist als das verbleibe Ausfallrisiko. Eine solche Deutung finde keinerlei Anklang in der von der OVB verwendeten Formulierung und steht der klaren und eindeutigen Aussage konträr entgegen (OLG Düsseldorf, Urteil vom 26.10.2012, Az. 16 U 134/11).

Soweit die Klausel vorsieht, dass die Stornoreserve einbehalten werden kann, bis alle Provisionen verdient sind und gar keine zu sichernden Forderungen der Beklagten mehr bestehen, so wäre eine solche Regelung eine unangemessene Benachteiligung gem.    §§ 307 Abs. 1, 305 Abs. 1, 310 BGB und damit unwirksam.

Das AG meinte weiterhin, dass grundsätzlich ein Anspruch auf Auszahlung bestehen würde, da nach dem übereinstimmenden Parteivertrag der Haftungszeitraum abgelaufen ist.

Dennoch gelang der Beklagten in diesem Fall die Aufrechnung. Diese wurde in diesem Fall hilfsweise erklärt.

Aufgerechnet wurde mit einem Rückforderungsanspruch, der daraus resultiert, dass Provisionsvorschüsse zurückverlangt werden konnten.