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Nachdem AWD verkündet hat, im Jahr 2011 offene Stellen – im Vertrieb – neu besetzen zu wollen, war meine Neugierde geweckt und so wollte ich es heute doch mal genauer wissen. Bei der Jobbörse der Arbeitsagentur.de habe ich gezielt nach Stellen von AWD gesucht. Am heutigen Tag, den 11.12.2010, wurde ich mit 43 AWD-Stellenanzeigen (teilweise mit bis zu 5 Interessenten zu besetzen) fündig.
Dabei handelt es sich entweder um „Arbeitsplätze (sozialversicherungspflichtig)“ oder verlinkte Stellenanzeigen. Letztere insb. von den AWD-Büros Mannheim und Planegg. Diese führen sogar konkrete Jahreseinkommen an. So verdienen bei AWD in Planegg Volks- und Betriebswirte, Versicherungs-, Sparkassen- und Bankkaufleute 80000-85000 € pro Jahr, Immobilienkaufleute und Finanzberater 70000-75000 €, Lehrer, Vertriebler und Juristen 60000-65000 €, Sozialversicherungskaufleute 50000-55000 € und Hotelkaufleute 45000-50000 €. Leichte Verschiebungen bei AWD in Mannheim: Spitzenverdiener sind Bausparkassenfachleute mit 85000-90000 €, gefolgt von Betriebswirten, Juristen, Vertrieblern, Bank-, Immobilien- und Versicherungskaufleuten mit 80000-85000, 75000-80000 verdienen Sozialversicherungsfachangestellte, Volkswirte, Finanzberater und Hotelfachleute; BAV-Spezialisten hingegen nur 55000-60000 und Einzelhandelskaufleute sogar lediglich 45000-50000.
Interessierte Kollegen sollten sich also bei AWD in Mannheim, nicht in Planegg bewerben. Immerhin ein Unterschied von 20.000 € im Jahr.
Aber auch andere AWD-Büros geizen nicht mit erstaunlichen Angaben.
AWD Gütersloh bietet ausdrücklich eine Stelle „im ANGESTELLTENVERHÄLTNIS“ an.
In Torgau und Bennewitz verdient ein AWD-Angestellter „2500€/Monat + Leistungsbonifikation“.
Und AWD Neu-Isenburg sucht im Rahmen weiterer Expansion ganze 10 Beraterassistenten in Festanstellung.
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Ich weiß nicht, wie lange ich mich schon mit AWD befasse, aber ich habe in der Zeit gefühlte tausendneunhunderteinundsiebzig von AWD in Auftrag gegebene Forsa-Umfragen gelesen. Und gestern die tausendneunhundertzweiundsiebzigste: Altersvorsorge in der Schule lernen?
Laut Presseportal.de gab es in diesem Jahr bereits mindestens fünf solcher Forsa-Umfragen:
06.01.2010: FORSA-Umfrage: SAUmäßige Zeiten – Deutsche füttern 2010 ihr Sparschwein / Spar-INDEX 2010 steigt auf 72-Prozent.
29.05.2010: Neue FORSA-Umfrage: Mehrheit der Deutschen sieht DFB-Nationalmannschaft als Titelfavoriten
06.06.2010: FORSA-Umfrage: Jeder zweite Deutsche hält Euro-Rettungspaket für falsch und ist in Sorge um den Euro
25.06.2010: FORSA-Umfrage: Wirtschafts- und Finanzkrise hat kaum Auswirkungen auf Verhalten bei der Altersvorsorge
30.11.2010: Forsa-Umfrage: Deutsche erwarten Aufschwung am Arbeitsmarkt. „Der anhaltende Wirtschaftsaufschwung wird sicher in vielen Bereichen für Neueinstellungen sorgen. Auch die AWD-Gruppe wird in 2011 offene Stellen, vor allem im Vertrieb, neu besetzen„, sagt Béla Anda, Chief Communication Officer (CCO) von AWD. Hört, hört, offene Stellen bei AWD?! Im Vertrieb!
Und gerne verwurstet AWD schon mal eine Umfrage zu einer Website, wie z.B. hier
www.awd-steuerumfrage.de oder www.awd-studie-vertrauen.de.
Wen wundert es, dass Wikipedia Forsa-Institutsleiter Manfred Güllner eine Freundschaft mit Altkanzler Gerhard Schröder nachsagt oder gegenüber Forsa Vorwürfe der Manipulation von Umfragen erhoben werden. Die Übergänge von Meinungsforschung und Meinungsgestaltung sind fließend, stellt Wikipedia fest. Erstaunlich ist eigentlich nur, dass ein so treuer Kunde wie AWD auf der Kundenliste des Forsa-Instituts gar nicht erwähnt wird.
Sollten die Themen Altersvorsorge, Geld, Wirtschaft und/oder Finanzen Unterrichtsfächer werden, lässt sich nur hoffen, dass sie nicht von Strukturvertrieben, Finanz-Wanderpredigern oder Bankstern (mit)gestaltet werden. In Österreich hat das Schulfach übrigens schon einen griffigen Namen erhalten: Zockerkunde.
09
Beinahe schon rebellisch kommentierte Frau Döhle das Buch von Pohl „Ich habe Finanzgeschichte geschrieben“ .
Sie beschrieb es als „inhaltsarmen“ Buch und dessen Mitautor Vogg: “ Stil: Das Konzept, Pohls Leben als Gespräch nachzuzeichnen, wäre nur spannend, wenn der Interviewer nachhakt, Worthülsen entlarvt, bei kritischen Punkten insistiert, kurz: mehr ist als ein Stichwortgeber.“ „Doch wie der promovierte Jurist, der die DVAG 1975 mit ein paar Dutzend Mitarbeitern startete, aus dem vielfach als Drückerkolonne verschrieenen Vertrieb eine Firma mit knapp einer Milliarde Euro Umsatz machte, bleibt nach der Lektüre unklar. So entsteht der Eindruck, das Buch sei nur Pohls Versuch, gesellschaftliche Anerkennung für sein Lebenswerk zu erlangen.“
Vom Managermagazin wechselte Frau Döhle dann zum Journal „Brandeins“ und schrieb einen ganz tollen, mehrseitigen Beitrag in Brandeins 9/10 zur Familie Pohl. Frau Döhle wurde auf wundersame Weise geläutert.
Kritik im Beitrag ? Fehl am Platze. Vom harten Kämpfer ist die Rede und von entspannten Söhnen.
Sie attestierte Pohl, dass DVAG-Handelsvertreter „jederzeit zu einem anderen Vertrieb wechseln können“ und „Verbraucherschützer der DVAG gute Arbeit attestieren“. Pohl Senior würde auch „Putzfrau und Pförtner ernst nehmen“.
07
Maschmeyer, Erfinder des Allgemeinen Wirtschaftsdienstes AWD, gründet eine Pharmafirma. Ziel ist die gezielte Bekämpfung von Depressionen.
Mitbegründer ist der Neurowissenschaflter Florian Holsboer.
Viele denken, dass Maschmeyer damit ein völlig neues Betätigungsfeld gefunden hat. Wir denken das auch. Schließlich hat er offensichtlich die Seiten gewechselt und bekämpft jetzt die Depressionen, die manch eine Geschäftsidee zuvor verursacht hat.





