Feb 12

Müssen wir uns um die Kölner Zentrale des OVB Sorgen machen? Die steht nämlich (noch) am Heumarkt. Heute wurde berichtet, dass Bauarbeiter an der dortigen U-Bahn-Station einen Großteil der Bauteile gar nicht einbauten, sondern kackfrech vertickten! Tja, nicht mal der “Unterwelt” kann man vertrauen …

Im Handelsvertreterbereich gibt es auch solche Zweitverwertungen, genannt “Umdeckungen”.

Angeblich sollen die fehlenden Bauteile keine Gefahr für die Statik darstellen. Ich würde mich aber nicht drauf verlassen …

Feb 10

Heute hat die Wirtschaftswoche ihren vernichtenden Beitrag über den OVB kostenlos komplett ins Netz gestellt. Auch den Kasten mit der “OVB-Masche”.

Hat man das verinnerlicht, wirkt das Werbefilmchen da oben nur noch unfreiwillig komisch! Darin behaupten die OVBler tapfer, man bräuchte bei der OVB kein Eigenkapital! Naja, Auslegungsfrage: Man ist halt selbst, und das ständig. Auto usw. wäre schon von Vorteil … Positiv anzumerken ist, dass das Imagevideo eine Spur professioneller produziert wurde als die hochnotpeinlichen Homevideos der DVAG.

Feb 10

Verärgerten Kunden und Ex-Strukkis haben nach den Vorbildern von AWD-Aussteiger.de (Heute www.verein-der-ehemaligen-awd-mitarbeiter-ev.de ) und ExDVAG.de ebenfalls eine PR-Buster-Website zusammengezimmert: Ex-OVB! Da man offenbar keinen Gefallen an gewissen Anwälten hat, wird die Website anonym betrieben. Inzwischen wird auch interessanter Content angeboten.

Unter anderem wird die Vermutung geäußert:

Aktuell sind 80% aller OVB Mitarbeiter faktisch pleite oder verdienen kein Geld.

Wir können diese Einschätzung beim besten Willen nicht beurteilen. (Soweit mir bekannt ist, vertritt von uns keiner aktuell OVB-Sachen.) Gemeint sind offenbar nur die deutschen OVB-Leute, denn das Ostgeschäft soll ja so toll laufen. Hier hingegen berechnen die OVB-Kritiker, dass den einzelnen Handelsvertretern im Schnitt unterm Strich weniger als 1.000,- Euro im Monat bleibt. Das könnte durchaus realistisch sein, denn dem Pareto-Prinzip zufolge werden 80% des Umsatzes durch die 20% ertragreichsten Verkäufer realisiert.

Was ich bei Finanzvertrieben nie verstanden habe, ist die Maßlosigkeit der Häuptlinge wie Maschi, Manne, der “Doktor”, usw. Die wissen einerseits nicht, wohin mit all ihrem Geld, andererseits lassen sie sich vom Handelsvertreterprekariat im Erdgeschoss der Pyramide wie Popstars feiern. Sie selbst lassen sich wie im obigen Video mit billigen Pokalen fürs Versicherungsverkloppen ködern. Beati sunt pauperi spiritu …

Neben den Infos bieten die OVB-Kritiker sogar bei Klagen gegen den OVB kostenlose Beratung an. Dies dürfte auch beim liberalisierten Rechtsberatungsgesetz rechtlich problematisch sein, weil eine “geschäftsmäßige Rechtsberatung” auch dann vorliegt, wenn man kein Geld hierfür nimmt. Infos erfahrener Kläger dürften allerdings in jedem Fall nützlich sein.

Feb 09

Was die Wirtschaftswoche in ihrer aktuellen Ausgabe über den OVB schreibt, ist nicht schön. Wir empfehlen die vier Seiten in der Printausgabe, welche die Masche von OVB erläutern. Manche der Herren “Finanzberater” verfügen nicht einmal über ausreichend Finanzen, um das Benzin für Kundenbesuche zu finanzieren.

OVB-OberVertriebsBoss Kempchen war vor seiner Erweckung zum Finanzstruktuvertrieblertreiber übrigens Schlosser gewesen. Auch in dieser eisenharten Branche ist es schwierig, mit kritischen Kunden ins Geschäft zu kommen, wie das obige Video zeigt. Da macht es doch viel mehr Spaß, die eigenen Geldschränke zu füllen … ;-)

Feb 07

OVB und DIE WELT

Allgemein, OVB RA Markus Kompa

Am 4.Februar erschien in “DIE WELT” ein Beitrag über die Auflösungserscheinungen beim Finanzstrukki-Senior OVB. Da gibt es nämlich Abwanderungsbewegungen zum Renegaten Frahnert. Heute nun jubelt DIE WELT über den OVB-Strukkitreiber-Aufseher mit der “sensationellen” Schlagzeile “Per Aufzug in die Chefetage”. (Die Überschrift ist allerdings doppeldeutig!)

Das Interview “Wir stehen zu unserem Geschäftsmodell” enthält allerdings sehr kritische Statements und Fragen, etwa zur Firmenkultur. Hie die schönsten:

  • “Von außen betrachtet erinnern die Veranstaltungen an Sektentreffen.”
  • “Sie benutzen selbstverständlich das Wort Strukturvertrieb. Andere fassen es als Beleidigung auf.”
  • “Nur wer verkauft, kommt nach oben. Das fördert, dass Menschen Versicherungen aufgeschwatzt bekommen, die sie nicht brauchen.”
  • “Sie haben also besonders aggressiv Versicherungen verkauft.”
  • “Sie haben an der Spitze der Pyramide an jedem Abschluss verdient.”

Der OVB-Boss gibt sich nicht einmal Mühe, das abzustreiten. In seiner Welt ist das alles anscheinend völlig normal. Dazu passt das hier:

Welt am Sonntag: Skandale gibt es trotzdem. Ihr Vorgänger Michael Frahnert musste gehen. Nun werfen Sie ihm indirekt vor, OVB-Leute in der Schweiz und Frankreich abzuwerben, um einen neuen Vertrieb aufzubauen.

Kempchen: Diese Entwicklung bedauere ich zutiefst. Es zeigt einmal mehr, wie Menschen in Führungspositionen dann und wann den Blick für die Realität verlieren.

Wo er recht hat, hat er recht.

Mehr zum OVB wissen die “Finanzparasiten”!

Am Montag wird die Wirtschaftswoche Unschönes über die Zustände beim OVB berichten.

Dez 04

EXOVB.de ist da!

OVB RA Markus Kompa

Es gibt für Unternehmen gewisse Obliegenheiten wie Marktbeobachtungspflichten. Wenn etwa in Mode kommt, dass sich jeder ein Blog zulegt, dann sollte ein markenbewusstes Unternehmen die lächerlichen Cent dafür ausgeben, sich eine entsprechende …blog.de-Domain zu sichern, anstatt später rumzujammern, wenn es ein Kritiker tut.

Rechtsgeschichte schrieb etwa AWD-Aussteiger.de, die man heute unter verein-der-ehemaligen-awd-mitarbeiter-ev.de findet. AWD hatte sich nach dem langwierigen Prozess um die Domain “AWD-Aussteiger.de” alles Mögliche mit AWD sichern lassen. Und auch von EXDVAG.de hat die Welt schon gehört.

Unglaublich, aber wahr: EXOVB war offenbar noch frei! Jetzt nicht mehr …

Nov 03

Wie die WELT meldet, haben die in-house-Vertriebswege im Lebensversicherungsgeschäft zugelegt. Vielleicht handelt es sich um eine Folge der den Vertrieben immer ähnlicher werdenden Verkaufsstrukturen.

Interessant ist, dass die WELT die Strukkis als “ungebundenen Vermittler” und “Makler” bezeichnet. Denn sooooooo ungebunden sind die Finanzvertriebler nun einmal nicht, und Makler sind sie definitiv auch nicht. Diesen weit verbreiteten Irrglauben haben wir im Blog mehrfach thematisiert. Im juristischen Schrifttum wird für die Berufsgruppe der Handelsvertreter gelegentlich der Begriff “Pseudomakler” verwendet, der die Sache eigentlich ganz gut trifft.

Aug 07

Auch die gute alte OVB, die Großmutter vieler Strukkibuden, hat jetzt ein lustiges Skandälchen: dem vor zwei Wochen fristlos gefeurten Ex-OVB-Chef Michael Frahnert werden Bilanz-Tricksereien nachgesagt. Das ist ja man bei Finanzvertrieben was ganz was Neues …

Und weiter: Der gute Mann soll mit seinem Sohnemann ein Konkurrenzunternehmen im Sinn gehabt haben - so, wie es Ex-OVBler Maschmeyer vorgemacht hatte. Oder ähnlich DVAG-Pohl. Oder Mayflower-Termühlen. Hach, es scheint keine Ehre mehr unter Finanzberatern zu geben …

Aber sicher wird sich das alles als Anhäufungen von Missverständnissen herausstellen. Außerdem sind das im Wirtschaftsleben eher lässliche Sünden. Unverzeihlich hingegen ist die peinliche Performance im obigen Video. Da hätte ich sofort den gesamten Vorstand gefeuert.

Jul 15

Unsere vier größten Strukturvertriebe haben ihre Geschäftsjahre 2008 abgerechnet. Der nunmehr nicht mehr unabhängige AWD musste deutlich Federn lassen. Sein Geschäft ging um 11,8 % zurück.

Auch der MLP hatte einen Rückgang von 4,2 % zu vermelden.

Der OVB lag deutlich mit 5,7 % im Plus.

Das größte Plus konnte die DVAG mit 21 % verbuchen, ist jedoch dennoch nicht die Nummer 1, wie das LG Hannover bekanntlich entschied.

Im Deutschlandgeschäft verlor die OVB 7 %, der MLP 4,2 % und der AWD 0,2 %, während die DVAG auch hier ein Plus von 21 % einfuhr.

Die durchschnittlichen Umsatzerlöse pro Berater ergeben jedoch ein anderes Bild. Dort liegt der MLP weit vor der Konkurrenz. Hier wurden pro Berater mehr als 222.000,00 € pro Kopf erzielt, an zweiter Stelle steht der AWD mit 105.342,00 €, weit vor der OVB mit 53.517,00 € und am Ende dieser Vierer-Kette abgeschlagen die DVAG mit nur 32.912,00 € pro Berater (nur knapp mehr als 2600€ pro Monat!).

Hier ist auf unserer Vierer-Statistik die DVAG abgeschlagen am Ende der Tabelle.

Die Vermögensberater wurden angehalten, den Geschäftsbericht den Kunden zu zeigen. Wie peinlich! Dass die wirtschaftliche Not der Vermögenberater größer ist als die der anderen Berater sollte man den Kunden besser nicht erzählen…

Mai 03

Wenn man sich die Selbstdarstellung und massenpsychologischen Rituale der Finanzvertriebe anguckt, weiß man nicht so recht, ob man lachen oder weinen soll. Die Vertriebstagungen von Finanzvertrieben sind essentieller Bestandteil der sorgsam gepflegten Illusion von Karrieren und Substanz des Geschäftsmodells, das überwiegend als eine Art Pyramidensystem ausgestaltet ist, bei dem die letzten die Hunde beißen.

Bei diesen - je nach Unternehmen jährlich oder halbjährlich - durchgeführten Veranstaltungen, deren Besuch den Handelsvertretern oftmals vorgeschrieben ist, werden die angeblich freien Handelsvertreter auf “ihr” Unternehmen eingeschworen. Neben den Finanzvertrieben selbst stiften manche der “unabhängig” zu vermittelnden Versicherungsunternehmen, sog. “Premiumpartner”, Premium-Preise für besonders häufige Vermittlung durch einzelne Handelsvertreter. Von solchen Reisen, Autos oder sonstigen Prämien erfährt der Kunde, der an “objektive Vermögensberatung” glaubt, natürlich nichts. Sie tauchen in der Praxis auch nicht in der seit einiger Zeit verpflichtenden Offenlegung für Provisionen auf, obwohl sie eine direkte Interessenkollision des “beratenden” Handelsvertreters darstellen.

Obwohl alle Handelsvertreter so furchtbar selbständig sind, gibt es “Beförderungen”, die sich an “Leistung” (auf deutsch: provisionsbasierter Umsatz) orientieren. Die müssen natürlich bei diesen Shows zelebriert werden, flankiert von Motivations- und Verkaufstrainern oder dem neuesten Schrei der Einwandbehandlung. Wer es überstanden hat, der wird mit Showbeiträgen entschädigt oder darf sich im Glanz von (hierfür gut bezahlten) Promis sonnen.

Mich persönlich erinnern diese Massenveranstaltungen und die hiermit verbundenen massenpsychologischen Effekte an Veranstaltungen ganz anderer Art.