LG Hannover wies Klage eines AWD-Kunden ab

Vorgestellt von Rechtsanwalt Kai Behrens

Am 04.03.2010 wies das Landgericht Hannover eine Berufung von Kunden des AWD auf Schadenersatz ab.

Kunden machten Ansprüche wegen angeblich fehlerhafter Beratung geltend. Sie waren seit mehren Jahren Kunde vom AWD. Ein Bereichsleiter des AWD stellte dann das Finanzkonzept Convest21 vor, anschließend wurde ein Strategie-Depot eröffnet mit einer monatlichen Einzahlung. Der Berater des AWD trug dann unter Anlagedauer 28 Jahre ein.

Die Kunden werfen vor, das Anlageprodukt sei falsch gewählt worden. Nur oberhalb eines Sockelbetrages von 2.500,00 € könne eine Entnahme getätigt werden. Die Kunden hätten beabsichtigt, Geldbeträge nur kurz- und langfristig anzulegen.

Nachdem bereits erstinstanzlich die Klage gescheitert war, wurde auch die Berufung zurückgewiesen. Der Vermittler wurde vom Gericht angehört. Nach der Anhörung stehe, so das Gericht, nicht fest, dass ihm eine andere Anlagestrategie bekannt war. Allenfalls sei ihm allgemein eine Zieländerung nachträglich bekannt geworden, jedoch erst später.

Im Übrigen spreche das überreichte Risikobarometer dagegen. Auch daraus lasse sich nicht ableiten, dass der Kunde ausschließlich kurz- und mittelfristige Kapitalanlagen wünsche.

Urteil Landgericht Hannover vom 05.02.2010 Aktenzeichen 8 S 39/09

Nachtrag zum SEB-Fond

Kritisch berichtete ich kürzlich von der Entwicklung des SEB-Fonds. Daraufhin meldete sich die Pressestelle des SEB-Fonds und bat um folgende Ergänzungen bzw. Korrekturen:

Hier die Stellungsnahme des SEB :

„Wir planen fest damit, die Anteilrücknahme noch im Jahr 2011 wieder aufzunehmen, und damit vor Ablauf der gesetzlichen Frist.“

„Zwar hat die SEB ihr Privatkundengeschäft in Deutschland an die Santander Bank verkauft, wir sind jedoch schon seit mehr als 10 Jahren als so genanntes Third-Party-Produkt etabliert. Bezogen auf das Privatkundengeschäft bedeutet dies 1 Mio. Privatkunden der SEB plus weitere 6 Mio. Santander Privatkunden.

Wie Sie dem Jahresbericht des SEB ImmoInvest entnehmen können, beträgt der Verkehrswert des Quartiers Potsdamer Platz genau 1.464.853.500 Euro (nicht 1,65 Milliarden Euro). Die Mieteinnahmen im letzten Geschäftsjahr betrugen 59.895.761 Euro. Die progonstizierten Mieteinnahmen für das nächste Geschäftsjahr belaufen sich auf 70.643.824 Euro.

Bei dem „Quartier Potsdamer Platz“  handelt es sich nicht um eine Büroimmobilie, sondern um 19 unterschiedliche Gebäude mit insgesamt rd. 390 Mietern. Ferner wird Daimler keinesfalls komplett ausziehen, vielmehr haben die Mietverträge unterschiedliche Laufzeiten. Per Ende 2012 laufen rund 2/3 der bestehenden Mietverträge aus. Hier gab es leider einige falsche Medienberichte. „

ERGO zeigt HMI-Manager an

Wegen des Verdachts auf Untreue hat die ERGO-Versicherungsgruppe zwei Oberstrukkis der Hamburg-Mannheimer International (HMI) angezeigt. Die Verwendung von Konzernmitteln für die Aktion in Budapest, die sich als rufschädigend erwiesen, wird als Untreue gesehen. Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt nunmehr also gegen zwei von jenen Herrschaften, die sich im obigen Motivationsvideo zur HMI-Rolex „zu den besten ihrer Zeit“ zählen. Auf Rekrutierungsveranstaltungen der HMI wird u.a. mit dem suggestiven Spruch gearbeitet, diese wertvolle HMI-Uhr bringe ihren Träger, wenn er kein Kleingeld mehr zur Hand habe, von jedem Fleck der Erde wieder nach hause.

Friede zwischen Maschmeyer und NDR

Am 11.07.2011 berichtete das Investment.com darüber, dass Maschmeyer und der NDR sich nicht mehr streiten wollen.

Hintergrund war die Berichterstattung über Karsten Maschmeyer, Gründer des Finanzvertriebes AWD. Der Norddeutsche Rundfunk, insbesondere NDR-Journalist Christoph Lütgert, hatte umfangreich über Maschmeyer berichtet.

Erfolglos hatte Maschmeyer versucht, die Ausstrahlung zu verhindern, jedoch einstweilige Verfügungen erwirkt, die Teile des Filmes haben verbieten lassen.

Angeblich sollen zuletzt insgesamt 18 Gerichtsverfahren anhängig gewesen sein.

Man einigte sich zum Beispiel darüber, in dem Beitrag „Abzocker Maschmeyer“ nicht mehr das Privathaus von Maschmeyer in Hannover zu zeigen.

Hinsichtlich weiterer Beiträge einigte man sich über Archivierungsmodalitäten.

Einzelheiten der Vereinbarung können hier abgefragt werden.

Schmidt : Deutsche Bank nicht mehr deutsch

In der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung „Die Zeit“ gibt Alt-Kanzler Schmidt von seinem Besten. Er meint, es habe Zeiten gegeben, als Bänker noch anständige Menschen gewesen seien, die man um Rat habe fragen können.

Schmidt teilt die Menschheit in drei Kategorien: normale Menschen, jene „mit einer kriminellen Ader“, die, so fern verurteilt, ins Gefängnis gehörten. „Die dritte Kategorie sind Investmentbänker und Fondmanager“.

Und auch die Deutsche Bank, so Schmidt, sei nicht mehr Deutsch. „Das meiste Geld verdiene eine Sparte, die in London sitzt, und an der Spitze stehe heute ein Schweizer und bald ein Inder“.

Ackermann soll nach Berichten der FAZ bald durch das Duo Anshu Jain und Jürgen Fitschen abgelöst werden.